Meint Volkswagen es ernst mit der Elektromobilität?

Veröffentlicht von umrath am

Bisher gab es zum Thema Elektromobilität von Volkswagen vor allem viel heiße Luft. Sehr viel heiße Luft. Seit Jahren nur eine Kakofonie an Ankündigungen Prototypen und wilden Zahlen – aber keine Produkte.

Und dann präsentiert Audi, immerhin eine hunderprozentige Volkswagen-Tochter, ein Fahrzeug, das im Gegensatz zum EQC von Mercedes und zum iNext von BMW nicht nur ein langweiliges me-too-car (EQC) oder ein wildes, unrealistisches Konzept (iNext) ist, sondern ein durchdachtes Auto mit Alleinstellungsmerkmal (in meinen Augen ist das ein Kombi und kein SUV, bedient also ein Segment, für das es bisher auf dem Elektroautomarkt noch gar nichts gibt) und sinnvollen Details und Ideen ist.

Ich muss ehrlich sagen – das hatte ich nicht erwartet!

Die Leistungsdaten sind gut, wenn auch nicht atemberaubend:

  • 95 kWh Akku (brutto, netto um die 84 kWh)
  • 400 km Reichweite nach WLTP, also echte 300 km
  • 150 kW maximale Ladeleistung
  • 1.8 Tonnen Anhängelast
  • <6 Sekunden von 0-100 km/h
  • völlig ausreichende 200 km/h Höchstgeschwindigkeit

Sinnvoll sind auch die weiteren Lösungen, wie Kameras statt Außenspiegel oder der Versuch (mal sehen, wie die praktische Umsetzung gelingt), die wilde Horde an Ladesäulenbetreibern zu zähmen.

Ich bin gespannt auf die ersten Tests und die Produktionszahlen, glaube aber, dass Volkswagen hier durchaus das Potential geschaffen hat, eine echte Kehrtwende zu starten.

Natürlich ist das kein „Tesla-Killer“. Dazu fehlt noch der „Wow!“-Effekt. Aber es ist ein würdiger Player im größer werdenden Markt der Elektroauto und muss sich wirklich nicht verstecken.

Zusammen mit der bereits beschlossenen Förderung für Firmenautos in Form der sogenannten „Listenpreismethode“ (Elektroautos müssen ab 01.01.2019 nur mit 0,5 % statt mit den sonst üblichen 1 % auf das zu versteuernde Gehalt angerechnet werden) kann der e-tron eigentlich nur ein Erfolg werden.

Chapeau Volkswagen, erstmal bin ich beeindruckt!


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