Ladesituation in Regensburg – Stand und Ausblick

Veröffentlicht von umrath am

Diesen Artikel habe ich eigentlich schon vor über einem Jahr begonnen, aber nicht abgeschlossen.
Da aber das Thema nach wie vor aktuell ist, habe ich beschlossen, ihn jetzt endlich fertig zu stellen und zu veröffentlichen.

Regelmäßig lasse ich mich über die allgemeine Situation der Ladesäulen in Deutschland und über den Stand in Regensburg aus.
Heute will ich ganz speziell auf Regenburg eingehen und zeigen, warum die Strategie von Stadt und REWAG großer Murks ist.

Ausgangslage

Wir haben in Regensburg und Umgebung derzeit einige Hundert Elektroautos und dazu noch deutlich mehr Plugin-Hybriden.
Außerdem befinden sich im Stadtgebiet und der Umgebung rund 80 Ladesäulen.
Die meisten davon sind AC-Ladesäulen mit 22 kW und 2 Anschlüssen.

Problembeschreibung

Eigentlich klingt ja die Ausgangslage ganz gut. 80 Ladesäulen auf ein paar Hundert Elektroautos scheint angemessen zu sein.
Wäre es möglicherweise auch, wenn die Ladesäulen bedarfsgerechnet platziert wären und die Verfügbarkeit gegeben wäre.
Praktisch sieht es so aus, dass gerade in den Bereichen, in denen Ladesäulen benötigt werden, so gut wie keine verfügbar sind.
Die wenigen Ladesäulen, die strategsich günstig platziert sind (Arnulfsplatz, Emmeramsplatz), sind überlastet und/oder regelmäßig zugeparkt.
Viele Ladesäulen sind gar nicht öffentlich zugänglich, nur beschränkt zugänglich oder exorbitant teuer.

Es gibt in Regensburg exakt NULL echte Destination Charger, also Lademöglichkeiten an Parkplätzen. Sämtliche Ladesäulen sind nur für temporäres Laden ausgelegt.

Das ist ein grundsätzliches Problem, denn es zeigt, dass die Verantwortlichen den entscheidenden Unterschied zwischen Elektromobilität und alter Verbrennermobilität nicht verstanden haben.

Das gleiche Bild zeigt sich bei der weiteren Planung und Verteilung der Ladesäulen.
Statt die Ladesäulen dort zu platzieren, wo sie tatsächlich benötigt werden, werden Ladesäulen nach dem Zufallsprinzip verteilt.

Wie ginge es besser?

Baut die Ladeinfrastruktur dort auf, wo sie benötigt wird.

Redet mit den Leuten.

Sorgt dafür, dass die existierende Ladeinfrastruktur auch verfügbar ist.

Schildert vernünftig aus und schleppt Falschparker konsequent ab.

Was nützt eine Ladesäule wenn sie zugeparkt ist?
In Stuttgart hat man das verstanden und tauscht die Beschilderung aus:
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In Regensburg werden weiterhin Parkplatzschilder mit textuellem Hinweis aufgestellt. Abgeschleppt wird grundsätzlich nicht.

In Amsterdam haben die Besitzer von Elektroautos die Möglichkeit, den Bedarf einer Ladesäule anzumelden und die Stadt kümmert sich dann nach Möglichkeit darum, dass dort eine Lademöglichkeit entsteht. Das Ergebnis: Amsterdam hat mit die höchste Elektroautodichte der Welt. Es funktioniert also.

Aber man muss es wollen.


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